The Help

Jackson, Mississippi, Anfang der 1960er Jahre: Die junge Skeeter (Emma Stone) kehrt nach vier Jahren Literaturstudium an der University of Mississippi auf die elterliche Baumwollfarm zurück. Sie ist fest entschlossen, als Journalistin, wenn nicht gar als Schriftstellerin Karriere zu machen. Ihre alten Freundinnen hingegen sind längst verheiratet und haben Kinder in die Welt gesetzt – einen Beruf auszuüben, ist in ihren Kreisen unüblich.

Skeeter hingegen träumt von einem aufregenden Künstlerleben in New York und möchte am liebsten sofort wieder weg aus Jackson, wo sie das Gefühl hat zu ersticken. Ihre krebskranke Mutter Charlotte (Allison Janney) hat die Hoffnung nicht aufgegeben, dass sich ihre burschikose Tochter endlich femininer kleidet und mit der Suche nach einem standesgemäßen Ehemann beginnt. Tatsächlich stellt sich Skeeter bei der örtlichen Tageszeitung vor. Obwohl die Empfehlungen, mit denen sie den Chefredakteur beeindrucken will, keine sind, lässt er sich breitschlagen und schlägt ihr vor, die wöchentliche Kolumne mit Haushaltstipps zu schreiben. Skeeter hat zwar keinen blassen Schimmer von der Thematik, nimmt den Job aber an. Um ihrem Ziel näher zu kommen, würde sie (fast) alles tun.

Skeeters beste Freundin Hilly (Bryce Dallas Howard) ist die selbsternannte Chefin der jungen Oberschichts-Frauen von Jackson, Präsidentin der Wohltätigkeitsliga und eine, die keinen Widerspruch duldet – ganz egal, um welches Thema es geht. Sie hat es sich in den Kopf gesetzt, Skeeter mit einem Freund ihres Mannes zu verkuppeln. Doch Stuart (Chris Lowell), der auf einer Ölplattform arbeitet, ist ein hochnäsiger Snob, mit dem sich Skeeter gleich beim ersten Date in die Wolle kriegt. Ohnehin hat sie Wichtigeres zu tun: Um ihre Rubrik überzeugend schreiben zu können, bittet sie eine Freundin um Erlaubnis, deren schwarzes Dienstmädchen Aibileen (Viola Davis) befragen zu dürfen. Ihr eigenes Kindermädchen, das sie mehr liebte als ihre eigene Mutter, kann sie nicht um Hilfe bitten. Denn als Skeeter von der Universität nach Hause zurückkehrte, war die alte Constantine nicht mehr da. Sie habe überraschend gekündigt und sei zu ihrer Tochter nach Chicago gezogen, speist die Familie sie ab. Doch Skeeter spürt, dass das nur die halbe Wahrheit ist.

Der Kontakt zur melancholischen Aibileen und deren Freundin Minny (Octavia Spencer) führt Skeeter drastisch vor Augen, dass ihre weißen Altersgenossinnen das schwarze Personal wie Menschen zweiter Klasse behandeln. Während Aibileen, die immer noch um ihren vor zwei Jahren verstorbenen Sohn trauert, sich alles gefallen lässt und ohne Klagen von früh bis spät schuftet, hält Minny nicht mit ihrer Meinung hinterm Berg, auch nicht ihren weißen Arbeitgebern gegenüber. Deshalb wird es für Minny auch immer schwerer, einen Job zu finden – gerade erst hat Hilly sie entlassen. Doch bei Celia Foote (Jessica Chastain), einem naiven, aber herzensguten Marilyn-Verschnitt, bekommt sie eine neue Anstellung. Celia ihrerseits wünscht sich nichts mehr, als in Hillys Kreisen aufgenommen zu werden. Doch die Frauen von Jackson halten sie für ein Flittchen und schneiden sie bei jeder Gelegenheit, die sich bietet.

Als Hilly den Anstoß dafür gibt, dass bei den Leefolts eine Außentoilette gebaut wird, die Aibileen künftig benutzen muss, ist für Skeeter das Maß voll: Sie beschließt, ein Buch über die Erfahrungen der farbigen Dienstmädchen von Jackson zu schreiben. Und damit es authentisch wird, sollen sie ihre Geschichten selbst erzählen.

Zweieinhalb Stunden zieht The Help seine Zuschauer mit viel Charme und wunderschönen Aufnahmen ins Mississippi der 60er Jahre. Die Geschichten der Dienstmädchen berühren von Anfang an, was nicht zuletzt an den Darbietungen Davis' und Spencers liegt. Besonders hervorzuheben ist allerdings die darstellerische Leistung von Emma Stone, der mit The Help ganz sicher der Sprung aus der Teeniekomödie in ernsthaftere Genres gelingt. 

The Help strotzt nur so vor authentischen Dramen, Emotionen, gekonnt eingesetztem Humor, einem außerordentlichen Cast, tollen Aufnahmen und bewegender Musik. Ganz großes Kino – seit dem 8. Dezember zu genießen!