The Unbecoming of Mara Dyer

Als die 17-jährige Mara Dyer in einem Krankenhausbett aufwacht, fehlt ihr jegliche Erinnerung daran, wie sie dorthin gelangt ist. Es ist an ihren Eltern, ihr die schreckliche Nachricht zu überbringen, dass sie den Einsturz der alten Psychiatrie überlebt hat, ihre beste Freundin jedoch nicht so viel Glück hatte. Die Amnesie reicht so weit zurück, dass sie nicht einmal weiß, wieso sie in der Nacht mit Rachel, Claire und Jude im heruntergekommenen Bauwerk war und wie es zu dem Unglück kam. Von nun an verfolgt der Tod Mara auf Schritt und Tritt.

Die Diagnose lautet Posttraumatische Belastungsstörung und es wird der Vorschlag gemacht, dass Mara sich einer dauerhaften psychiatrischen Behandlung unterzieht. Um diesem Schicksal zu entrinnen, wünscht sich Mara einen Umzug, von dem sie behauptet, dass er ihr sicher helfen würde. Aus Liebe und Sorge ziehen ihre Eltern mit ihr und ihren zwei Brüdern nach Florida. Doch auch dort ist es Mara kaum möglich, den Wahnsinn, der in ihr wächst, vor ihrer Familie, ihren Lehrern und den neuen Mitschülern zu verbergen.

An ihrem ersten Tag an der neuen Schule droht sie plötzlich in die Ruinen der Psychiatrie zu stürzen, anstatt ihr Klassenzimmer zu betreten. Das gestaltet ihren Start nicht gerade leicht. So macht sich auch nur der Außenseiter Jamie die Mühe, sie kennenzulernen. Gänzlich frustrierend für sie ist Noahs Interesse an ihr, was völlig anderer Natur, ihr jedoch auch nicht ganz geheuer ist. Dafür hat sie auch eigentlich gar keinen Nerv, denn, dass ihre Halluzinationen sich nicht mehr nur auf ein Spiegelbild beschränken, ist sicher, als sie Jude sogar auf dem Schulhof sieht. Und richtig schlimm wird es, als ein grausamer Tierquäler auf die selbe brutale Weise stirbt, die sie sich kurz zuvor in ihrer Fantasie ausgemalt hat.

 

Da Michelle Hodkins The Unbecoming of Mara Dyer nur eine kurze Szene vor dem Unglück vorlegt, ist es kaum möglich zu sagen, wie Mara zuvor war. Ihre emotionale Veränderung seit dem Unglück ist trotzdem deutlich spürbar. Obwohl sie nicht auf den Mund gefallen ist, hält sie alle auf Abstand, was hauptsächlich daran liegt, dass sie krampfhaft versucht, ihre sehr besorgte Familie zu entwaffnen. Dabei traut sie seit ihrer Entlassung nicht einmal mehr Spiegeln über den Weg, weil sie in jedem das Gesicht eines toten Freundes erwarten könnte. Ein Stück weit versucht sie sich selbst einzureden, dass der Umzug ihr helfen wird, zu verdrängen. Tatsächlich ist es Noah, der ihr hilft, und zwar auf der Suche nach Antworten. Die Antworten, die sie erhält, sind jedoch weder befreiend noch gut.

Auf ungefähr halber Strecke im Buch kommt der Satz "Wusstest du nicht, dass man ein Buch nicht nach seinem Cover beurteilen sollte?" Das ausgesprochen schöne Cover von The Unbecoming of Mara Dyer trug wesentlich zu meiner Kaufentscheidung bei und spiegelt auch meine Meinung über den Inhalt wieder. Die Geschichte ist markant und fesselnd und so gut inszeniert, dass selbst die düsteren Szenen wunderschön sind. Hier und da musste ich über Klischees und Liebesszenen (Hinsichtlich dieser hat sich Hodkin große Mühe gegeben, nicht zu früh loszulegen, also nur Geduld, liebe Romantiker.) schmunzeln, und auch das zweite Drittel hätte ein wenig mehr Tempo gebrauchen können. Dennoch, wie eh und je, ist das Gesamtergebnis entscheidend, und dieses hat großen Eindruck bei mir hinterlassen. Mit den letzten Seiten habe ich, trotz einiger Warnhinweise, nicht gerechnet. Auch auf das Ende kam es bei meinem Urteil an.

The Unbecoming of Mara Dyer (deutscher Titel noch unbekannt) wird hierzulande vom dtv herausgebracht werden und laut dem Verlag voraussichtlich im Rahmen des Sommerprogramms 2013 erscheinen. Das genaue Datum für die Veröffentlichung (Herbst 2012) und der Titel der Fortsetzung auf Englisch sind ebenfalls noch nicht bekannt. Und zum Abschluss klicken Buchtrailer-Fans bitte hier.