Die Dämonenfängerin - Aller Anfang ist die Hölle
- Verfasst von Daniel Schlereth
- In: Bücher
- Erschienen am 31 Okt 2011
Im Jahr 2018 hat Luzifer die Großstädte mit Dämonen besetzt. Riley ist siebzehn Jahre alt, die Tocher des alleinerziehenden Dämonenfängers Paul Blackthorne und wollte schon immer in dessen Fußstapfen treten. Als Rileys Vater bei einem Auftrag stirbt, ist Riley dennoch nicht ganz auf sich alleine gestellt.
Da gibt es immer noch Beck, den ehemaligen Partner von Paul Blackthorne, der unter dem Ableben seiner Vaterersatzes ebenso sehr zu leiden hat wie Riley. Außerdem hat sie noch ihren besten Freund Peter, der überhaupt nicht begeistert ist von ihrer Tätigkeit als Auszubildende Dämonenfängerin. Und da sie in Paul Blackthorne nicht nur ihren Vater, sondern auch ihren Meister verloren hat, erhält sie einen neuen: Den griesgrämigen Harper, der für das Behandeln seiner Lehrlinge einen schlechten Ruf in der Zunft hat und auch sonst kein Anhänger Rileys ist. Als sie jedoch Simon kennenlernt, der ebenfalls unter Harpers Fittichen steht, scheint ihre Situation nicht mehr ganz so hoffnungslos - bis sich alle Höllenbewohner ganz offensichtlich gegen Riley zu verbünden scheinen und die gesamte Zunft in Gefahr bringen.
Jana Oliver liefert mit Aller Anfang ist die Hölle den Beginn ihrer Reihe Die Dämonenfängerin und überzeugt dabei nahezu auf ganzer Länge. Das Buch glänzt durch hervorragend ausgearbeitete Charaktere, spannend inszenierte Sequenzen und große, aber nicht überdramatisierte Emotionen.
Besonders interessant gestaltet ist der Charakter von Beck, der vor Pauls Tod mit ihm auf der Jagd war, von ihm angelernt wurde und in einem Vater-Sohn-ähnlichen Verhältnis mit Rileys Vater stand. Nicht umsonst wechselt der Fokus im Laufe der Geschichte immer wieder zwischen Riley und Beck. Als Beck sich nach Pauls Tod verantwortlich für Riley fühlt, nimmt diese das als überfürsorgliche Geste auf und weist ihn ab. Dass tief in Beck allerdings Gefühle für Riley schlummern, erkennt er selbst viel zu spät und Riley überhaupt nicht. Inzwischen hat Riley sich nämlich in den strenggläubigen Simon verguckt. Rasant entwickelt sich das Verhältnis der beiden von einer Freundschaft zu einer ernsthaften Beziehung, ab und an sogar schneller als Riley vielleicht lieb ist. Insgeheim hoffe ich allerdings, dass sich aus dieser Dreierkonstellation in den Fortsetzungen kein Liebesdreieck wie beispielsweise in Twilight entwickelt.
Glücklicherweise drückt Oliver nach Paul Blackthornes Tod nicht zu sehr auf die Tränendrüse, sodass die Geschichte nie zu stark an Geschwindigkeit verliert, allerdings auch nicht in einer Hetzjagd ausartet. Rileys und Becks Trauer erhalten die nötige Zeit und Intensität, damit eine gute Grundlage für deren späteres Handeln aufgebaut wird.
Der einzige negative Aspekt, der mir aufgefallen ist, ist die späte Findung des eigentlichen Mysteriums, das sich der Zunft offenbart. Hierauf an dieser Stelle allerdings genauer einzugehen, würde dem Buch einiges an Spannung nehmen. Da Die Dämonenfängerin jedoch Fortsetzungen erhält, ist bereits sichergestellt, dass auf diese Problematik in den folgenden Bänden eingegangen wird. Und nicht zuletzt der gemeine Cliffhanger am Ende des ersten Bandes lässt mich bereits sehnsüchtig auf den zweiten Band warten.
Die Dämonenfängerin ist durch seinen urbanen Stil und seine Thematik vor allem Fans der Chroniken der Unterwelt von Cassandra Clare zu empfehlen, allerdings bin ich mir sicher, dass auch viele andere Leser ihren Gefallen an diesem wunderbaren Buch finden werden.



