Die Flucht - Cassia & Ky: Band 2

Wie durch ein Wunder gelingt Cassia, die zur Arbeit in die landwirtschaftliche Provinz versetzt worden ist, die Flucht in die Äußeren Provinzen – sie will nach Ky suchen, ihrer großen Liebe.

Dort kämpft Ky als Soldat für die Gesellschaft und ist ununterbrochen tödlichen Angriffen ausgesetzt. Als Cassia endlich auf eine Spur von Ky stößt, ist er bereits entkommen und auf dem Weg in die gefährlichen Canyons in den Grenzgebieten. Verzweifelt macht sich Cassia auf den lebensbedrohlichen Weg.

Wie sehr habe ich mich gefreut – wie sehr wurde ich enttäuscht. Schon das Cover strahlt gewissermaßen aus, dass Die Flucht nicht mit seinem Vorgänger mithalten kann. Nun gut, die Idee mit dem Mädchen in der Glaskugel wird wieder aufgegriffen, aber das eher schlecht als recht. Eine tänzelnde junge Frau zerbricht scheinbar unbewusst und desinteressiert ihr gläserner Gefängnis. Soll das die Cassia sein, die uns in Die Auswahl vorgestellt wurde?

Mit Genuss habe ich den ersten Band der Geschichte von Cassia & Ky verschlungen, eine Mühsal war die Fortsetzung. Während das Buch zu Beginn noch an seinen Vorgänger erinnert, der sehr liebevoll geschrieben und schnell gelesen war, verliert Die Flucht bald stark an Geschwindigkeit und bleibt viel zu lange an weniger interessanten Orten und Handlungsabschnitten hängen. Völlig abzusehen ist von Anfang an, dass Cassia Ky wieder findet. Erst im letzten Drittel des Buches entwickelt sich ein leichtes Mysterium, das den mittlerweile aber absolut gelangweilten Leser auch nicht mehr wirklich begeistern kann. Es will einfach keine fesselnde und spannende Stimmung aufkommen.

Eigentlich hatte der Auftakt der Dystopien-Reihe, Die Auswahl, wirklich viel Potenzial. Was sich Ally Condie allerdings bei Die Flucht gedacht hat, bleibt mir ein Rätsel. Ich verzichte auf die Lektüre des dritten Teils uns trauere der Begeisterung für den ersten Band hinterher – schade!