"Once Upon A Time": Es war einmal…
- Verfasst von Alexandra Hoer
- In: Serien-Vorstellung
- Erschienen am 17 Jan 2012
"Es war einmal…" Dieser Satz hat fast jeden während der Kindheit begleitet, oft in Form von Büchern und Erzählungen. Es gibt aber auch viele Filme, Fernsehproduktionen und mehr, die mal gut mal schlecht versuchen, das Thema Märchen für die Leinwand und den Fernseher umzusetzen. Ganz frisch ist hier die Fantasy-/Märchenserie Once Upon A Time, produziert und ausgestrahlt vom US-Sender ABC, bekannt für Serien wie Legend Of The Seeker. Frisch ist auch die Art, wie der Sender an das Material herangeht. So werden nicht einfach nur die Märchen verfilmt, sondern in unserer Welt platziert, einer Welt ohne Erinnerung und Happy End.

Schneewittchen und der Prinz können endlich ihren Sieg über die böse Königin mit ihrer Hochzeit besiegeln, als diese von Zorn getrieben in die Feierlichkeit platzt. Obwohl sie bereits verloren hat, möchte sie sich nicht geschlagen geben und belegt die ganze Märchenwelt mit einem Fluch. Sie sollen alle ihren Sieg feiern, sich aber nicht zu früh freuen. Denn wenn ihr furchtbarer Fluch sie trifft, werden sie in eine Welt verbannt, in der es kein Happy End gibt und sie sich nicht an ihre eigentliche Identität erinnern werden. Unsere Realität.
Emma Swan, 28 und ohne jegliche Familie, wünscht sich an ihrem achtundzwanzigsten Geburtstag nur, nicht mehr so alleine zu sein. Just als sie die Kerze ausbläst, klingelt es und an der Tür steht ein Junge, der behauptet, ihr Sohn zu sein, den sie vor zehn Jahren zur Adoption gegeben hat. Fürsorglich wie sie ist, bringt sie ihn zurück nach Hause, in eine Stadt namens Storybrooke. Während der Fahrt versucht Henry ihr zu erklären, dass nicht nur die Zeit dort stillzustehen scheint, sondern dass auch alle Menschen in Storybrooke eigentlich Märchenfiguren sind, die dort gefangen sind, nicht imstande, die Stadt zu verlassen oder sich an ihre eigentliche Identität zu erinnern - was sie ihm natürlich nicht glaubt. Jedoch werfen ihr die Menschen gewisse Rätsel auf, nicht zuletzt Henrys Adoptivmutter, welche laut Henry niemand anderes ist als die böse Königin selbst. Den Serienstart kann man definitiv als märchenhaft gelungen bezeichnen.
Nicht nur wurden die Charaktere sehr gut besetzt (unheimlich beeindruckend: Robert Carlyle als Rumpelstilzchen), sondern auch deren Verwandlung in unsere Welt perfekt umgesetzt. Auch wenn der zeitversetzte Wechsel von der Märchenwelt in unsere Realität anfangs etwas verwirrend ist, fügt sich am Ende alles perfekt zusammen und ergibt ein schlüssiges Bild. Die Effekte sind für eine Serienproduktion alles andere als schlecht und müssen sich vor keinen Vergleichen mit anderen Formaten scheuen. Aber auch die Story, auch wenn wir bisher nur einen kleinen Einblick in die Wirrungen der Märchenwelt hatten, kann sich durchaus sehen lassen. Hierfür verantwortlich zeigen sich unter anderem die Macher hinter Tron:Legacy und der Serie LOST, Adam Horowitz und Edward Kitsis.
Zauberhaft waren auch die Einschaltquoten der Pilotfolge. Once Upon A Time startete mit sehr soliden 12,79 Millionen Zuschauern, was sehr beeindruckend ist, wenn man sich ĂĽberlegt, dass am gleichen Abend mehrere wichtige Sportsendungen ĂĽber die amerikanischen Bildschirme flackerten und somit eine sehr starke Konkurrenz bildeten. Besonders freuen dĂĽrfen wir uns auch auf den ein oder anderen Gastauftritt. Kristin Bauer Van Straten, besser bekannt als spitzzĂĽngiger Vampir Pam De Beaufort aus True Blood, hat beispielsweise die Rolle der Malefiz ĂĽbernommen.
Bleibt nun abzuwarten, ob die Märchenserie die hohen Quoten und ihren derzeitigen Erfolg halten kann - zu wünschen ist es so einer Serienperle auf jeden Fall.


