Die "Twilight"-Familie auf Pressetour

Seit einigen Tagen wird Los Angeles auf den Kopf gestellt, wo Twilight-Fans vor dem Nokia Theatre für die Weltpremiere von Breaking Dawn - Bis(s) zum Ende der Nacht: Teil 1 campen. Diese findet morgen statt, und sicherlich werden auch deutsche Fans längst die Tage auf kommenden Sonntag hinzählen oder sich bereits auf den 18. November vorbereiten, wenn Robert Pattinson (Edward), Taylor Lautner (Jacob) und Regisseur Bill Condon die Deutschland-Premiere in Berlin eröffnen werden.

Die vergangenen Wochen waren für das gesamte Twilight-Universum wahrlich sehr geschäftig. So kurz vor dem Kinostart umrunden Cast und Crew die Welt, um für Breaking Dawn - Bis(s) zum Ende der Nacht: Teil 1 zu werben. Die amerikanische Presse hatte bereits die Gelegenheit, Bill Condons kommenden Film zu sehen und im Verlauf der letzten zwei Wochen unzählige Interviews zu führen. Das Spektakel begann mit einer großen Pressekonferenz in Los Angeles, an der selbst die so pressescheue Stephenie Meyer teilnahm. Zuvor hielt die Autorin am Grauman’s Chinese Theatre, wo sich Kristen Stewart, Robert Pattinson und Taylor Lautner in einer besonderen Zeremonie mit Hand und Fuß in Zement verewigten, eine kurze Rede.

Während seines Auftritts auf der Pressekonferenz berichtete Regisseur Bill Condon von seinem ersten Gespräch mit Robert Pattinson, das ihm bewusst gemacht habe, was hinter dessen Charakter steckt. So sei letztendlich die Idee zur Rückblende in Edwards Leben, die wir im Film zu sehen bekommen werden, entstanden. Laut Pattinson wurde Edwards Selbsthass, den er in seinem hundertjährigen Dasein als Vampir entwickelt habe, in den vorherigen Filmen nicht ausreichend reflektiert und diese Szenen würden so zu einem besseren Verständnis für seinen Charakter führen. Einen ähnlichen Hintergrund hatte laut Condon auch der Entschluss, Irina (Maggie Grace, Denali-Zirkel) bereits im ersten Teil von Breaking Dawn - Bis(s) zum Ende der Nacht einzubringen: "Irina erscheint auf der Hochzeit, was im Buch nicht vorkommt, und stürmt dann aufgrund der Geschichte mit Laurent und dessen Tod durch die Wölfe davon. Im zweiten Teil spielt sie eine bedeutende Rolle." Ein großes Hauptanliegen der Macher sei gewesen, dass sich alles zusammenfügt, jedoch nach dem Motto: "Lasst uns sicher gehen, Dinge einfach zeigen können, ohne darüber zu sprechen." Zu diesen Dingen gehört sicher auch die Blende zu den Volturi, wie in diesem neuen Spot deutlich wird.

Sehr viel Medieninteresse bekam die Geburtsszene. Während Condon auf der Pressekonferenz Kristen Stewarts Gewichtsabnahme für ihre Rolle erwähnt, spricht die Schauspielerin Bellas furchtbaren Zustand allein Make-up und CGI- Effekten zu. Condon verspricht, dass das 220-seitige Drehbuch es der Leinwandfassung wunderbar ermöglichte, in zwei Filmen aufgeteilt zu werden. Der Beginn des zweiten Teils soll unmittelbar am Ende des ersten Films anknüpfen. Natürlich mache die Arbeit an zwei Filmen gleichzeitig sehr viel Spaß, bedeute jedoch auch harte Arbeit. So musste Stewart an manchen Tagen gleich drei Rollen spielen: Vampir-Bella, schwangere Bella, und die sterbende Bella. Als nicht ganz leicht habe sich auch der Dreh mit den Vampir-Zirkeln erwiesen, da es wichtig gewesen sei, jedem einzelnen Charakter ausreichend Bedeutung zu schenken, 27 Vampire auf einem Haufen jedoch eine ziemlich verrückte Angelegenheit und eine große Herausforderung darstellen.

Da der Film bekanntlich mit einigen schönen Seiten des Lebens beginnt, wurde auch viel über heitere Filmmomente gesprochen. Stewart berichtete auf der Pressekonferenz und auch bei den zahlreichen Interviews, wie echt sich diese Hochzeit für sie angefühlt habe, und auch ihre Schauspielkollegen und die Filmmacher seien von der Authentizität dieser überzeugt. So brauchte es wohl auch nur ein wenig Überzeugungskraft seitens Condon, Stephenie Meyer, die Drehbuchautorin Melissa Rosenberg und den Produzenten Wyck Godfrey vor die Kamera und unter die Hochzeitsgäste zu bringen. Viele Publikumslacher scheint eine Szene zu versprechen, in der Charlie Swan (Billy Burke) als der Brautvater einen Trinkspruch vollführt. Es habe auch viel Spaß hinter den Kulissen gegeben. Condon sprach über den Dreh in Brasilien, als die Crew aufgrund von schlechtem Wetter im Flitterwochenhaus übernachten musste und sogar Badewannen als Schlaflager dienen mussten. Humor habe auch die traurige Stimmung am letzten Drehtag aufgelockert. An diesem wurde die Szene, in der Jacob und Bella auf der Hochzeitsfeier tanzen, gefilmt, und als Condon "Schnitt!" gerufen habe, sei Stewart in ihrem Hochzeitskleid losgerannt und habe "Jacob, komm zurück. Ich habe einen Fehler gemacht" geschrien.

Wie Condons, Rosenbergs und Meyers Antworten auf der Pressekonferenz immer wieder zu entnehmen ist, haben Regisseur, Drehbuchautorin und Autorin hervorragend zusammenarbeiten und sich ergänzen können. Obwohl ebenfalls anwesend, ist Wyck Godfreys Stimme während der gesamten Konferenz kaum zu vernehmen. Zumindest bestätigt er ein kleines Detail zum Film, das dank der Presse bekannt wurde. Die Referenz auf Frankesteins Braut in Breaking Dawn - Bis(s) zum Ende der Nacht: Teil 1 sei Condons Idee gewesen. Wo diese Szene genau im Film vorkommt, wird sich noch zeigen, sie könnte jedoch mit Edwards Recherche, wie in diesem neuen Clip kurz zu sehen ist, zu tun haben.

Auch ein paar Cullen-Darsteller stellen sich den Mikros. Jackson Rathbone (Jasper) hat seine im Film vorgeführten Tanzkünste betreffend offensichtlich großen Eindruck bei der Presse hinterlassen. So locker, wie es auf der Leinwand ausgesehen haben muss, fand Rathbone es nicht, da er Angst gehabt habe, seine Tanzpartnerin, Ashley Greene (Alice), zu verletzen. Nicht unbeabsichtigt wird die Verletzungsgefahr für Jacob in der Szene, in der Rosalie (Nikki Reed) ihm mit einer selbstgebastelten Hundeschüssel bewirft, gewesen sein. Zu ihrem eigenen Bedauern soll die Szene laut Reed es nicht in die Endfassung des Films geschafft haben, doch die Arbeit mit Lautner habe ihr viel Vergnügen bereitet. Eine von Lautners größten Herausforderungen beim Dreh sei die Prägung gewesen, und das trotz ausführlicher Unterhaltungen und der Aufklärung von Meyer: "Und dann, als wir die Szene drehen wollten, haben sie ein X an die Wand angebracht und gesagt 'Du wirst auf das X schauen und dich prägen.' Und ich dachte nur 'Wollt ihr mich auf den Arm nehmen?!' Doch jetzt, da ich die finale Fassung gesehen habe, bin ich damit sehr zufrieden." Als Lautner über diese Szene spricht, erwähnt er Blenden, die eingebaut wurden. Da Condon bereits bestätigte, dass wir Einblicke in Edwards Vergangenheit erhalten werden, könnte Lautners Aussage auf das alte Gerücht, dass wir auch die erwachsene Renesmee zu sehen bekommen, anspielen.

Eine beachtliche Sammlung von Interviews im Rahmen des Presseauflaufs findet ihr hier. Zwei neue Ausschnitte aus dem Film könnt ihr hier und hier sehen. Zudem wurden vergangene Woche acht neue Bilder aus Breaking Dawn - Bis(s) zum Ende der Nacht veröffentlicht. Inzwischen ist auch der amerikanische Erscheinungstermin für den Score zum Film genannt worden. Carter Burwells Werk soll ab dem 13. Dezember erhältlich sein.